Siebenschläfer als unerwünschte Gäste in Dachböden

Siebenschläfer dringen gerne in unsere Häuser ein, wo sie vor allem in Dachböden für Unordnung sorgen. Was tun, wenn man die Tiere zwar putzig findet, aber der nächtliche Lärm unerträglich wird?

Bedenken Sie: Bevor Sie den Siebenschläfer vergrämen oder fangen, sollten sie sich bewusst sein, dass die Tiere in Gebäuden auch nützlich sein können: So fressen sie Wespen-Larven und vertreiben andere unerwünschte Gäste wie Mäuse. Vergewissern sie sich außerdem, dass es sich tatsächlich um einen Siebenschläfer handelt. Im Frühjahr und Sommer dringen ebenso Marder in Dachböden ein. Deren Kot ist mit 5-10 cm Länge jedoch deutlich größer und die Enden sind typisch gedreht und zugespitzt.

Wollen Sie den Siebenschläfer dennoch loswerden, können Sie wie folgt vorgehen:

Erster Schritt - Die Vergrämung: Da die Tiere sehr geruchsempfindlich sind, können Sie zunächst versuchen, den Siebenschläfer durch mehrtägiges Ausräuchern mit Weihrauch zu vergrämen. Als alternative »Hausmittelchen« gelten: Räucherstäbchen, ätherische, stark riechende Öle (z.B. Eukalyptus), Pfeffer, Essig, mit Petrol getränkte Lappen (Feuergefahr!), Putzmittel mit starkem Geruch (Bsp. Möbelpolitur, Geschirrspül- und Fensterputzmittel), Vergällungsmittel, (Katzenabwehr-Sprays) oder Mottenkugeln. Wenn sie ein Zugangsloch vermuten, können sie dieses mit einem damit getränkten Lappen zustopfen. Eine akustische Vergrämung (Ultraschall, laute Geräusche) erweist sich meist als wirkungslos.

Zweiter Schritt - Das Aussperren: Die Tiere verlassen in der Regel nachts für einige Stunden ihre Behausung. Kann der Siebenschläfer nicht vertrieben werden, so können Sie versuchen in dieser Zeit alle Zugänge zu schließen. Dabei sollten Sie sehr gründlich vorgehen, da bereits kleine Spalten von > 3 cm als Schlüpflöcher genutzt werden können.

Dritter Schritt - Fang und Freilassung: Eine sichere, aber aufwendige Methode ist der Fang der Tiere mit Lebendfallen. Dieser Schritt stellt für den Siebenschläfer einen erheblich Eingriff dar und sollte nur unternommen werden, wenn zuvor mehrmals versucht wurde, das Tier auszusperren und zu vergrämen. Bedenken Sie außerdem, dass der Standortwechsel für den Schläfer viele Risiken birgt (Bsp. Konkurrenz mit bereits anwesenden Siebenschläfern, fehlendes Wissen über Versteckmöglichkeiten und Fraßplätze). Aufgrund des Schutzstatus des Siebenschläfers ist eine Beratung und Kontakt mit Fachpersonen sehr empfehlenswert. Zum Einsatz kommen meist Gitterfallen mit einer Mindestgröße von 10x10x25 cm, wie sie als "Rattenfallen" in Baumärkten erworben werden können, wobei aufgrund des buschigen Schwanzes die Fallentür nicht ganz bis zum Boden reichen sollte. Dazu kann entweder der Holzboden abgefeilt oder das Blech aufgebogen werden, sodass ein 6 mm hoher Spalt entsteht. Als Köder eignen sich unter anderem frisches Obst (Bsp. Banane, Weintrauben), Nüsse und Haselnusscreme bzw. Erdnussbutter. Die Falle muss so oft wie möglich kontrolliert werden, um den Stress gefangener Tiere gering zu halten. Wenn der Siebenschläfer gefangen wurde, empfehlen wir die Falle zuzudecken und das Tier an einen weit entfernten (5 - 10 km oder besser noch über einen Fluss), geeigneten (Rand eines Laubwaldes mit guter Deckung und vielen früchtetragenden Sträuchern und Bäumen) Standort mit bekannten Siebenschläfervorkommen freizulassen. Bleiben sie ruhig und ersparen sie dem Siebenschläfer unnötigen Stress durch Angreifen und lautes Reden. Halten sie unter keinen Umständen das Tier am Schwanz fest, da bei Bilchen die Schwanzhaut leicht abreisst (Falsche Schwanzautonomie).

! Keine Alternative ist es, den Siebenschläfer mit Gift oder letalen Fallen zu töten. Dies ist verboten und wird mit Geldstrafen geahndet.

Vierter Schritt - Die Prävention: Haben sie den Siebenschläfer aus ihrem Haus vertrieben, müssen sie ihm erneutes Eindringen erschweren. Am wichtigsten ist das Schließen aller Zugänge mittels Gitter (Maschenweite maximal 5 mm). Denken Sie dabei auch an kleine Spalten, wie zum an einem Türspalt bei geschlossener Tür, Kaminöffnungen und Dachlücken! Anzumerken bleibt, dass durch das Abriegeln andere harmlose und nützliche Tiere wie Fledermäuse ausgeschlossen oder sogar eingesperrt werden. Da Siebenschläfer ausgezeichnete Kletterer sind, ist es unserer Meinung nach zu wenig, nur die ans Haus reichendne Sträucher und Bäume zu entfernen, wohl wird ihnen aber dadurch der Zugang erschwert.

 

Weitere Informationen zum Siebenschläfer: Der Siebenschäfer (Glis glis)

 

Weitere Tipps um Siebenschläfer zu vertreiben als pdf zum Downolad:

Tierschutz.com: Merkblatt Kobolde im Haus: Was tun gegen Siebenschläfer?

wildtier.ch : Tipps vom Bündner Naturmuseum: Wenn die Siebenschläfer auf dem Dachstock kegeln ...

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