Erhebungsmethoden

Nestboxen und -röhren

Da Haselmaus, Siebenschläfer und Baumschläfer nur schwer mit herkömmlichen Lebendfallen gefangen werden können, verwenden wir für ihren Nachweis neben Haarhaftröhren auch Nestboxen und -röhren. In den Sommermonaten führen wir Begehungen durch, bei welchen wir biometrische Daten der Bilche aufnehmen. Wir verwenden Nestboxen aus Holz mit stammseitigem Eingangsloch und leichte, kostengünstige Neströhren. Im Herbst erfolgt zusätzlich die Entnahme des Nestmaterials mit anschließender mikroskopischer Auswertung des darin befindlichen Haarmaterials zur Artdetermination.

Nestbälle

Tennisbälle mit eingeschnittenem Loch (Nestbälle) sind zum Nachweis der Zwergmaus besonders gut geeignet. Im Vergleich zu Lebendfängen können sie großflächig und über einen längeren Zeitraum angewandt werden. Zur Artabsicherung führen wir zusätzlich mikroskopische Haarauswertungen des Nestmaterials durch.

Nest- und Fraßspurenkartierungen

Nestkartierungen können einfach und schnell Auskunft über das Vorkommen von Haselmaus und Zwergmaus geben. Obwohl auch andere Kleinsäuger freistehende Nester bauen, sind die Nester dieser beiden Arten gut zu erkennen. Zur sicheren Unterscheidung von Haselmaus und Zwergmaus führen wir eine mikroskopische Auswertung der im Nest befindlichen Haare durch, da erfahrungsgemäß vor allem ältere Nester nicht immer eindeutig zugeordnet werden können.
Der Nachweis von Fraßspuren an Haselnüssen ist vermutlich die effektivste Möglichkeit ein Gebiet auf ein Haselmaus-Vorkommen zu überprüfen.

Haarhaftröhren

Als Ergänzung bzw. Ersatz von zeit- und kostenintensiven Lebendfängen verwenden wir Haarhaftröhren. So gewinnen wir großflächig Informationen zur Zusammensetzung der Kleinsäugergemeinschaft in einem Habitattyp oder dokumentieren das Vorkommen einer geschützten Art. Um möglichst effektiv zu arbeiten legen wir Röhren in unterschiedlichen Größen am Boden aus (Bsp.: Nachweis von Spitzmäusen und Birkenmaus) oder montieren sie an Ästen (Bsp.: Nachweis Haselmaus und Baumschläfer).

Losungstunnel

Der Einsatz von Losungstunneln ist eine ebenso einfache wie kostengünstige Methode zum Nachweis von Wasserspitzmäusen. Mit Hilfe von Losungsspuren ist es uns möglich aufgrund der Form, Farbe und den Nahrungsresten zwischen Wasserspitzmäusen (Neomys), Eigentlichen Rotzahnspitzmäusen (Sorex) sowie Tieren der Ordnung Rodentia zu unterscheiden.

Lebendfänge

Häufig sind Lebendfänge zur Artdetermination und als Artnachweis unumgänglich. Um die unterschiedliche Fängigkeit der Arten zu berücksichtigen, verwenden wir verschiedene Fallentypen. Am Häufigsten greifen wir dabei zurück auf:

  • Sherman-Fallen (H. B. Sherman Inc., Tallahassee, Florida)
  • Longworth-Fallen (Penlon Ltd., Oxford, U.K.)
  • Trip-Trap Fallen mit und ohne Box (Procter Bros Ltd., Bedwas, Caerphilly)
  • Gitterfallen (Eigenbau) und Grubenfallen