Hörnchen (Sciuridae)

Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciruromorpha)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)

Ordnung Nagetiere (Rodentia): Die größte Ordnung der Säugetiere umfasst 2.277 Arten. Dies sind 42 Prozent der gesamten Säugetierfauna [4]. Dementsprechend unterschiedlich ist ihre Lebensweise: Unter ihnen befinden sich Bodengeher, Schnellläufer, Hüpfer, Springer, Wühler, Gräber, Schwimmer, Kletterer und Gleitflieger. Ein charakteristisches Merkmal bilden ihre 2 Schneidezähne in Ober- und Unterkiefer mit Dauerwachstum und ihre Backenzähne, welche bei einigen Arten ebenfalls nachwachsen und aus Höckern oder daraus entstandenen Querleisten bestehen. Im Gegensatz zu den Spitzmausartigen (Soricomorpha) handelt sich bei den Nagetieren (Rodentia) vorwiegend um Pflanzenfresser. Die Anzahl der Jungen variiert zwischen 1 - 22 und es befinden sich sowohl Nesthocker (Bsp. Ratten) als auch Nestflüchter (Bsp. Meerschweinchen) unter ihnen. Die Sozialstrukturen sind in der Regel komplex und die Kommunikation mit Pheromonen ausgeprägt [3]. Die Nagetiere sind in 5 weiteren Unterordnungen gegliedert: die hier vorgestellten Hörnchenverwandten (Sciuromorpha) mit 3 Familien, 61 Gattungen und 307 Arten, Biberverwandte (Castorimorpha) mit 3 Familien, 13 Gattungen und 102 Arten, Mäuseverwandte (Myomorpha) mit 7 Familien, 326 Gattungen und 1569 Arten, Dornschwanzhörnchenverwandte (Anomaluromorpha) mit 2 Familien, 4 Gattungen und 9 Arten und Stachelschweinverwandte (Hystricomorpha) mit 18 Familien, 77 Gattungen und 290 Arten [4].

Unterordnung Hörnchenverwandte (Sciruromorpha): Die Hörnchenverwandte sind kleine bis mittelgroße Säugetiere, welche sich vor allem durch Schädel- und Zahnmerkmale von anderen Nagern unterscheiden [1]. Zu ihnen zählen 3 Familien: Die hier behandelten Hörnchen (Sciuridae), die Bilche (Gliridae) und die Biberhörnchen (Aplodontiidae) mit nur einer Art [5].

Familie Hörnchen (Sciuridae): Die überwiegend tagaktiven Hörnchen sind mittelgroße bis große Nager mit behaartem Schwanz [2]. Sie zählen zu den am weitesten verbreitenden Säugetieren und fehlen nur in Australien, auf Madagaskar, im Süden Südamerikas und der Sahara. Innerhalb dieses Verbreitungsgebietes besiedeln sie die unterschiedlichsten Lebensräume. So sind sie in Regenwälder, Nadelwälder, Alpenwiesen, Tundren, Halbwüsten und Kulturlandschaften anzutreffen. Zu ihnen zählen sowohl baumbewohnende Arten, wie das Eichhörnchen (Sciurus vulgaris), als auch Bodenbewohner wie das oder der Europäische Ziesel (Spermophilus citellus). Innerhalb ihrer nördlichen Verbreitung, wechseln die Tiere zwischen einem weichen Sommerfell und einem dicken Winterfell. Während Baum- und Gleithörnchen vorwiegend Nüsse, Samen, Früchte, Knospen, Blüten verzehren, ernähren sich Erdhörnchen überwiegend von Gräsern, Knollen und Samen. Insekten werden nur gelegentlich verspeist. Besonders nördliche Populationen bringen nur einmal im Jahr 1 - 6 (bis 11) Junge zur Welt. Hörnchen leben im Durchschnitt zwischen 2 - 3 Jahre, höchstens 6 - 7 Jahre [3]. Die Familie der Hörnchen ist mit 278 Arten in 51 Gattungen artenreich. Es werden 5 Unterfamilien unterschieden, wobei Baum- und Gleithörnchen (Sciurinae) sowie Erdhörnchen (Xerinae) bei uns verbreitet sind [5].

Unterfamilie Erdhörnchen (Xerinae) - Stamm Echte Erdhörnchen (Marmotini): Zu dieser Unterfamilie werden 3 Stämme gezählt: die Borstenhörnchen (Xerini), die in Afrika beheimateten Protoxerini und die Echten Erdhörnchen (Marmotini) mit der hier vorgestellten Gattung der Ziesel (Spermophilus) [4].

Gattung Ziesel (Spermophilus): Bei der Gattung der Ziesel (Spermophilus, füher Citellus) handelt es sich um rattengroße, grabende Erdhörnchen. Die Tiere sind gekennzeichnet durch kleine Ohrmuscheln, Richtung Kopfoberseite versetzte Augen (zur besseren Feinderkennung aus der Luft) sowie einen kurzen dicht und buschig behaarten Schwanz [5]. Die Gattung ist in weitere 6 Untergattungen mit insgesamt 19 Arten gegliedert, wobei das hier vorgestellte Europäische Ziesel (Spermophilus citellus) zur gleichnamigen Untergattung (Spermophilus) zählt [4].

[1] Grimmberger, E., & Rudloff, K. (2009): Atlas der Säugetiere Europas, Nordafrikas und Vorderasiens. Natur und Tier-Verlags GmbH, Münster.
[2] Grimmberger, E. (2014): Die Säugetiere Deutschlands. Quelle & Meyer, Wiebelsheim.
[3] Macdonald, D. (2004) Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Könemann (Tandem Verlag): Königswinter.
[4] Wilson, D. E., & Reeder, D. M. (2005): Mammal species of the world - A taxonomic and geographic reference: Order Rodentia. (3.Auflage). Johns Hopkins University Press, Baltimore.
[5] Niethammer, J., & Krapp, F. (1978): Nagetiere I. Reihe: Handbuch der Säugetiere Europas Band 1 (Hrsg. J. Niethammer & F. Krapp). Akademische Verlagsgesellschaft, Wiesbaden.