GeoMaus

Das Projekt »GeoMaus« sammelt Informationen über die Verbreitung von Kleinsäugern in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Naturinteressierte sind eingeladen ihre Beobachtungen zu melden, um mehr über das Vorkommen von kleinen Säugetieren zu erfahren. Als Hilfe dienen zwei Bestimmungsschlüssel (Textschlüssel und Entscheidungsbaum), Informationen zu Spurenbildern sowie zu Aussehen, Biologie und Lebensweise der Arten. Die Meldung erfolgt mit einem Formular, in welchem die benötigten Daten wie Tierart, Fundort, Datum und Foto (optional) übermittelt werden können. Eine angepasste mobile Version erleichtert die Eingabe im Gelände und verfügt zudem über eine Standortsuche. Die eingegangenen Funddaten sind am Monatsende auf einer Karte abrufbar.

GeoMaus bietet folgende Anwendungen und Informationen

Was sind Kleinsäuger?

Der Begriff „Kleinsäuger“ beschreibt keine taxonomische Gruppe im eigentlichen Sinne. Es werden damit in der Regel die relativ kleinen Vertreter von Säugetieren aus den Ordnungen der Nagetiere (Rodentia), der Spitzmausartigen (Soricomorpha) und Igelartigen (Erinaceomorpha) zusammengefasst. Gemeinsam ist ihnen, dass sie ein bestimmtes Körpergewicht nicht überschreiten. Diese Obergrenze variiert je nach Autor zwischen 120 g bis 2 kg und liegt meist bei 1 kg.

Wozu Funddaten sammeln?

Informationen zur regionalen Verbreitung von Kleinsäugern sind leider nur spärlich vorhanden. Jeder Fund und jede Beobachtung ist daher wichtig und trägt dazu bei die Tiere und ihren Lebensraum besser zu verstehen. Kleinsäuger können zudem nur dann in Artenschutzprojekten berücksichtigt werden, wenn ihr Vorkommen bekannt ist. Der gezielte Nachweis ist meist jedoch mit einem hohen Aufwand verbunden. Fundmeldungen stellen daher gute Hinweise dar, genauer auf bestimmte Kleinsäuger zu achten.

Mehr dazu: Blatt, C. & Resch, S. (2016). The scientific value of small mammal observation reports – The project GeoMaus. <zum PDF>

Wo können Kleinsäuger besonders häufig gefunden werden?

1. erbeutet von der Hauskatze
2. auf Wegen und Straßen
3. auf Feldern, besonders nach der Mahd
4. im Garten, zum Beispiel beim Vogelhaus
5. in Hütten und Ställen

Welche Informationen werden benötigt?

1. Fundort
2. Datum
3. Nachweisart
4. Lebensraum
5. Belegfoto (Wichtig!)

Warum Fotos zur Fundmeldung?

Fotos sind für die Fundmeldung von Kleinsäugetieren sehr wichtig. So sind zum Beispiel Gartenschläfer, Siebenschläfer, Baumschläfer, Haselmäuse, Brandmäuse oder Maulwürfe sicher und für jedermann nachvollziehbar zu bestimmen. Arten, welche nur anhand biometrischer Messungen eindeutig zu identifizieren sind oder Beobachtungen ohne Belege finden in wissenschaftlichen Publikationen nur bedingt Verwendung, und werden auch in der GeoMaus Datenbank nur als Hinweise vermerkt. Trotzdem können auch diese Hinweise für weiterführende Untersuchungen sehr hilfreich sein.

Toter Gartenschläfer (Foto: L-Friess)

Was geschieht mit den gesammelten Daten?

Nach einer Validierung durch das Projektteam werden die Fundpunkte (aus Datenschutzgründen mit beschränkter Auflösung) in einer frei zugänglichen Karte dargestellt. Die Daten werden in die Datenbank »GeoMaus« übertragen, wo sie nach Bedarf für verschiedene Artenschutzprojekte zur Verfügung stehen oder in andere wissenschaftliche Datenbanken (z.B. NHM Wien, Haus der Natur Salzburg, Biologiezentrum Linz) übernommen werden. Dies ist wichtig, um ein möglichst genaues Bild über die mitteleuropäische Verbreitung von Kleinsäugetieren zu gewinnen.

Publikationen zum Projekt:

- Blatt, C. & Resch, S. (2016). The scientific value of small mammal observation reports – The project GeoMaus. <zum PDF>

Projekte, die GeoMaus Daten verwenden:

- Projekt "Säugetieratlas Oberösterreich" (Geplant für 2020): Biologiezentrum Linz, Oberösterreichisches Landesmuseum.

- Projekt "Spurensuche Gartenschläfer": Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) gemeinsam mit der Senckenberg Gesellschaft und der Universität Gießen.

- Projekt "Feldhamsterland": Deutschlandweit größtes Projekt zur Rettung des Feldhamsters (Cricetus cricetus). Das Vorhaben wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit über fünf Jahre gefördert.

Ich benötige für mein Projekt Funddaten aus GeoMaus, wie komme ich dazu?

Wenn sie für ihr Projekt spezifische Verbreitungsdaten aus der GeoMaus Datenbank benötigen, können sie diese jederzeit über unser Kontaktformular anfragen.

Wer leitet das Projekt GeoMaus, wer validiert und verwaltet die Daten?

Das Projektleitung und Datenverwaltung liegt bei apodemus - Privates Institut für Wildtierbiologie.